Bürgerentscheid: Klares Ja zum Kindergarten in Eschenfelden

Die Hirschbacher wollen ihren Kindergarten St. Johannes behalten. Und zwar an seinem angestammten Platz, in Eschenfelden: Das ist das Ergebnis des Bürgerentscheids.

 

Der Bürgerentscheid in der Gemeinde Hirschbach brachte am Sonntag ein klares Votum für den Erhalt des Kindergartens St. Johannes in Eschenfelden. 1016 Bürger waren stimmberechtigt, die Wahlbeteiligung lag bei fast 57 Prozent.

 

Unter allen abgegebenen Stimmen lauteten 477 auf "Ja", waren also für den Erhalt des Kindergartens in Eschenfelden. 102 Stimmen richteten sich dagegen. Drei Stimmzettel waren ungültig.

 

Eine kleine Zuschauerzahl aus dem Kreis der Befürworter des Quorums war dabei, als die Wahlurne geöffnet wurde und verfolgte gespannt die Auszählung. Die Kindergarten-Unterstützer waren bereits mit viel Zuversicht erschienen. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses trafen sie sich noch zum Dämmerschoppen im Vereinsheim.

 

Quelle: SRZ-Oberpfalznetz vom 11.11.2018   Verlag: Der Neue Tag Weiden


Bürger entscheiden über Zukunft des Kindergartens Eschenfelden

Über die Zukunft ihres Kindergartens stimmen die Einwohner der Gemeinde Hirschbach am Sonntag, 11. November, ab. Wie die Wahl auch ausgeht – das Ergebnis wird spürbare Folgen haben.

 

Sie wollen ihren Kindergarten St. Johannes in Eschenfelden behalten, das steht für die Initiatoren des Bürgerbegehrens fest. Auf der Gegenseite steht der Bürgermeister von Hirschbach, Hans Durst. Er sei nicht gegen den Eschenfeldener Kindergarten, sondern für die Zusammenarbeit mit Königstein, stellt er klar.

 

Das ist der Status quo: In zwei Altersgruppen betreuen zwei Erzieherinnen und zwei Kinderpflegerinnen im evangelischen Kindergarten Eschenfelden theoretisch bis zu 50 Kinder. So soll es bleiben, wenn der Bürgerentscheid im Sinne der Befürworter ausgeht. Die Gemeinde aber plant, die Kindergärten Königstein und Eschenfelden im Königsteiner Schulhaus unterzubringen.

Vieles ungeklärt

Ein gemeinsamer, großer Kindergarten könnte die Betreuung von 7 bis 17 Uhr gewährleisten, sagt Hans Durst. Im Moment geht dies nur von 7.30 bis 14.30 Uhr. Vielen Eltern würde das sehr zugutekommen, das habe auch eine Umfrage der Gemeinde ergeben. Deren Aussagekraft halten die Initiatoren jedoch für schwach. Sie schreiben: "Die Verbesserung der Öffnungszeiten (...) wurde offiziell mit dem Träger der evangelischen Kirche überhaupt noch nicht besprochen" und "Warum sollte eine Verlängerung der bisherigen Zeiten bei Bedarf in Eschenfelden nicht möglich sein?". Die Antwort ist: Das Geld fehlt. Neben den Mehrkosten für Personal und den Betrieb komme hinzu, dass die Gemeinde Hirschbach sich ohnehin an den Leerstandskosten des Königsteiner Schulgebäudes beteiligen muss. Da sei es doch besser, wenn es auch einen Nutzen hat.

Laut einem Schreiben der Initiatoren des Bürgerbegehrens, das der Redaktion vorliegt, werde der Kindergarten Königstein unabhängig von Eschenfelden in das Schulhaus umziehen. Davon erhoffen sie sich eine Ausgleichszahlung an die Gemeinde Hirschbach, wie es sie umgekehrt schon beim vorangegangenen Umzug des Königsteiner Kindergartens gegeben habe. Das Geld soll für die Sanierung des Gebäudes in Eschenfelden hergenommen werden, auch wenn die Brisanz der "von Bürgermeister Hans Durst angepriesenen notwendigen Generalsanierung" angezweifelt wird.

Die Verfasser des Schreibens würden zwar bedauern, dass das Schulhaus in Königstein nun leersteht, klagen aber gleichzeitig an, dass das schon 2015 hätte vermieden werden können, als es einen Käufer gegeben habe, der das Schulhaus "im Sinne der Ortsvereine wiederbelebt hätte". Auch das Seniorenkonzept, dass von Durst angestrebt werde, sei zwar wünschenswert, jedoch nicht realisierbar, da die Infrastruktur in Form von Ärzten, Geschäften und Gastronomie fehle, so die Initiatoren.

Bürgermeister Durst sagt, er verstehe, dass viele Eltern bereit wären, für die Kinderbetreuung mehr zu bezahlen, wenn die Kinder dafür weiter in Eschenfelden betreut werden können. So einfach sei das aber nicht. Durst: "Ich kann es in gewisser Weise nachvollziehen, dass das Thema emotional behandelt wird. Doch Erzieherinnen sind rar gesät. Ich glaube, dass es in Zukunft immer schwieriger sein wird, qualifiziertes Personal zu bekommen."

Gemeinsam mehr Chancen

Für den Rathauschef liegt die Zukunft in der kommunalen Zusammenarbeit. "Als kleine Gemeinde können wir uns auf Dauer halt nicht alles leisten." Die Kooperation mit Königstein sei ein Geben und Nehmen, doch darin sieht er große Chancen. Durst und der Gemeinderat stecken eigentlich noch in den Planungen, streben an den Busverkehr aufzufüllen. Auch die Beförderung von Kindergartenkindern könnte eingeplant werden. Doch erstmal sind die Verhandlungen aufgrund des Bürgerentscheids auf Eis gelegt. "Wenn die Wahl so ausgeht, dass der Kindergarten Eschenfelden bleibt, denke ich, dass frühestens wieder im Herbst 2020 weitergeredet werden kann. Bis dahin kann sich noch vieles ändern", sagt Durst. Der Wahl schaut der Bürgermeister "relativ gelassen" entgegen: "Das ist ein legitimes demokratisches Instrument, das ich akzeptiere. Die Bürger müssen dann aber auch die Folgen akzeptieren."

Gewählt werden kann am Sonntag, 11. November, zwischen 8 und 18 Uhr im Wahllokal im Rathaus Eschenfelden oder per Briefwahl. Laut Tobias Schuminetz (Wahlamt) gibt es gut 1000 Wahlberechtigte. Das Ergebnis wird am Mittwoch, 14. November, offiziell bekanntgegeben.

DIE VORGESCHICHTE:

Die Gemeinde Hirschbach und der Markt Königstein arbeiten schon seit Jahren an einer Kooperation auf kommunaler Ebene. Sie konzipierten ein Gesamtpaket, dass die Zusammenlegung in Sachen Kinder, Senioren, Dorftreff, Bauhof und anderen Bereichen betrifft. Gemeinsame Anschaffungen von teuren Geräten des Bauhofs könnten den Orten und ihren Bewohnern zugutekommen. Die Zusammenlegung der Kindergärten Eschenfelden (Hirschbach) und Königstein sind auch in diesem Paket enthalten. Viele Hirschbacher aber wollen es beim kleinen Kindergarten in Eschenfelden belassen. Es bildete sich eine Initiative, die schließlich den Bürgerentscheid angestoßen hat. (anv)

 

Quelle: SRZ-Oberpfalznetz vom 7.11.2018 / Verlag: Der Neue Tag Weiden

 


Klaus Hafner 2. Bürgermeister Markt Königstein CSU Ortsverband Eschenfelden Hirschbach Königstein

FWS/FDP-Kreisräte zu Besuch bei der Energie Eschenfelden GmbH

Jedes zweite Haus hängt dran

 

Wenn die Energiewende funktionieren soll, muss sie von unten kommen: Zu diesem Fazit gelangen die Mitglieder der FWS/FDP-Kreistagsfraktion und weitere liberale, ökologisch interessierte Kommunalpolitiker, als sie das Modellprojekt der Energie Eschenfelden GmbH besuchen.

Eschenfelden. Ein Blockheizkraftwerk mit Holzpelletvergaser produziert seit 2015 Energie für das Dorf. Das Kraftwerk liefert jährlich bis zu 1500 MWh Strom und 1850 MWh Wärme. Über ein 3,5 Kilometer langes Netz werden mehr als 50 Prozent der Haushalte in Eschenfelden, Gewerbebetriebe und kommunale Gebäude versorgt.

 

Anteilseigner der Energie Eschenfelden GmbH sind die Firma CTWe aus Henfenfeld, die Firma Linn High Therm aus Eschenfelden und die Gemeinde Hirschbach. Die Gesamtkosten für das Projekt betrugen 1,7 Millionen Euro und sollen sich in zehn Jahren amortisieren.

Geschäftsführer Helmut Wendler erläuterte die Technik. Durch die effiziente Stromerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung und Nutzung klimaneutraler Rohstoffe (Holzpellets) werden jährlich 1500 Tonnen CO2 gegenüber konventionellen Lösungen eingespart. Hirschbachs Bürgermeister Hans Durst betonte, dass von Beginn an Transparenz und Bürgernähe gewährleistet gewesen seien.

Dazu bemerkte Kreisrat Hans Pickel: "Die FWS/FDP unterstützt das Energiekonzept und die Nachhaltigkeitsbemühungen des Landkreises. Dezentrale Stromerzeugung wie in Eschenfelden machen teure Stromtrassen für die Durchleitung von Kohlestrom überflüssig." Er bedauere, "dass durch die willkürliche 10 H-Abstandsregelung für Windkrafträder die Energiewende in Bayern ins Stocken geraten ist!"

 

Auch der Vorsitzende der FWS/FDP-Kreistagsfraktion, Hans-Jürgen Reitzenstein, war beeindruckt: "Die Gemeinde Hirschbach hat hierdurch einen bleibenden Standortvorteil und ist beispielgebend für eine nachhaltige Energieversorgung im ländlichen Raum!"

 

Einig waren sich die Teilnehmer, dass die politischen Rahmenbedingungen so gestaltet werden müssen, dass möglichst viele Haushalte, aber auch Unternehmen in Zukunft energieautark werden können. Kreisrat Martin Pöllath fasste die Eindrücke zusammen: "Das Projekt in Eschenfelden zeigt, wie dezentrale Energieversorgung im Sinne einer richtig verstandenen Energiewende erfolgreich durch engagierte Bürger umgesetzt werden kann."

 

Quelle: Oberpfalznetz-Verlag Der Neue Tag Weiden- vom 28.2.2018